Die Gemeinde Weiskirchen setzt sich, gerade als Heilklimatischer Luftkurort, für Klimaschutz und die Erreichung der bundesweiten Klimaziele ein. Es wurden bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt, welche die Belastungen für die Umwelt verringern.
Das Saarland hat im Juli 2023 ein eigenes, zusätzliches Klimaschutzgesetz verabschiedet. Die Ziele des Saarländischen Klimaschutzgesetzes zu den Klimaschutzzielen des Bundes sind die Senkung der Gesamtsumme der Treibhausgasemissionen im Saarland bis zum Jahr 2030 um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu den Gesamtemissionen im Jahr 1990. Bis zum Jahr 2045 soll die Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden. Allerdings sollen hier auch die Minderungsbeiträge aus dem europäischen System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten berücksichtigt werden.
Grundsätze des Saarländischen Klimaschutzgesetzes sind der Schutz natürlicher Ressourcen, die Einsparung und effiziente Nutzung von Energie sowie der Ausbau erneuerbarer Energien. Ökologische, soziale, gesundheitliche und ökonomische Belange sollen bestmöglich berücksichtigt werden. Bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen soll den Handlungsfeldern menschliche Gesundheit, Bauwesen, Wasserhaushalt sowie Wasserwirtschaft, Boden, biologische Vielfalt, Land- und Forstwirtschaft sowie Verkehr und Verkehrsinfrastruktur eine besondere Bedeutung zukommen.
Zur Erreichung der Klimaschutzziele werden besonders folgende Sektoren betrachtet:
- Energiewirtschaft
- Industrie
- Gebäude
- Verkehr
- Landwirtschaft
- AbfallwirtschaftL
- andnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft
Für den Sektor Energiewirtschaft hat Weiskirchen schon seit längerem erneuerbaren Energien Raum zur Verfügung gestellt.
Im Bereich Windenergieanlagen ging der Windpark Schimmelkopf 2015 ans Netz. Vier Windräder mit einer Gesamtleistung von 12 MW produzieren einen Jahresstromertrag von mehr als 36.000 Megawattstunden (MWh). Eine Ausweisung weiterer Flächen für Windenergieanlagen erfolgt aufgrund der Verpflichtung zur Erfüllung des Saarländischen Flächenzielgesetzes bis Ende 2030.
Im Bereich Solarenergie ging der Solarpark Weierweiler 2017 im ersten Bauabschnitt mit 10 MWp und 2020 mit weiteren 10 MWp ans Netz. Der Solarpark speist einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 20.000 Megawattstunden (MWh) ins Stromnetz ein. Eine Erweiterung dieser Freiflächensolaranlage ist bebauungsrechtlich möglich, wenn auch aus ökonomisch-ökologischen Gründen zukünftig hier eher Agrosysteme zu bevorzugen sind.
Zusätzlich speisen circa 500 private Solaranlagen und 100 Balkonkraftwerke innerhalb der Gemeinde (Stand 9/2025) mit etwa 6 MWp ins Netz ein. Hier besteht noch weiteres Ausbaupotential, ohne weitere Flächen zu beanspruchen.
Industrie im eigentlichen Sinne hat Weiskirchen als Heilklimatischer Kurort eher nicht vorzuweisen, es gibt zwei kompakte Gewerbegebiete mit einer Vielzahl an Kleinen und Mittleren Unternehmen des Handwerks und des verarbeitenden Gewerbes. Viele Gewebebetriebe nutzen bereits anfallende Abwärme oder Biomasse und haben zudem ein eigenes wirtschaftliches Interesse, die Verbräuche niedrig zu halten.
Im Gebäudesektor liegen sicherlich die größten Energiesparpotenziale in der Reduzierung des Energieverbrauchs im Wärmebereich, hier werden zudem überwiegend fossile Energieträger genutzt. Auch in der Modernisierung der entsprechenden Anlagentechnik besteht ein beachtliches Einsparpotential. Die Kommunale Wärmeplanung zielt darauf ab, hier eine Strategie und Maßnahmenplan für zukünftige Wärmeversorgung innerhalb der Gemeinde zu erstellen. Die Gemeinde Weiskirchen hat 2017 ein Teilkonzept Klimaschutzmanagement zu den kommunalen Gebäuden erstellen lassen, welches weiter fortgeschrieben wird.
Im Bereich Verkehr wurde inzwischen ein Drittel der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente Beleuchtung umgestellt. Die weitere Umrüstung ist von der Zusage von weiteren Fördermitteln abhängig. Der Bereich Elektromobilität gibt es derzeit lediglich 2 öffentliche Ladestationen mit je 22kW, ein weiterer Ausbau ist abhängig von der Netzinfrastruktur. Der OPNV wird im ländlichen Raum überwiegend durch den Schulverkehr genutzt, der Anteil der Nutzung durch Berufspendler ist aufgrund fehlender Anbindungen, geringer Taktung und notwendiger Umstiege recht gering.
Die landwirtschaftliche Fläche macht etwa 1/3 der Fläche der Gemarkung Weiskirchen aus. Die Landwirtschaft stellt somit einen wesentlichen Aspekt der Flächennutzung dar. Ein zunehmender Teil der landwirtschaftlichen Flächen wird ökologisch oder extensiv genutzt, große Mastbetriebe gibt es keine in der Gemeinde. Die relative Kleinheit der Parzellen sorgt mit vielen Hecken, Baumgruppen und zwischengelagerten Biotopen für eine recht hohe Biodiversität in der offenen Flur.
Die Abfallwirtschaft und das Abwasserwesen ist im Saarland zentral über den Entsorgungsverband Saar (EVS) geregelt. Sämtliche Ortsteile der Gemeinde Weiskirchen sind, teilweise über Pumpstationen, an Kläranlagen angeschlossen. Das Müllaufkommen liegt im Saarland bei etwa 135 kg pro Einwohner/a (ohne Sperrmüll oder Biotonne). Eine konkrete, auf die Gemeinde bezogene Abfallmenge ist seitens des EVS nicht darstellbar. Eine Reduzierung der Abfallmenge liegt hier zum größten Teil in den Händen der Konsumenten.
Der Forst stellt mit 50% flächenmäßig neben der Landwirtschaft mit 33 % den größten Anteil an der Landnutzung innerhalb der Gemeinde Weiskirchen dar. Aufgrund der starken Schäden durch Borkenkäferbefall, vor allem bei den noch dominierenden Fichtenbeständen, setzt nun eine Umgestaltung des Waldes mit artenreichen und robusten, heimischen Laubbaumarten ein. An lokalen Bodenschätzen wird Sand aus Schichten des Rotliegenden in zwei kleineren Sandgruben abgebaut. Größere Flächen der Gemeinde Weiskirchen sind Wasserschutzgebiete II und III, was mögliche Bodennutzungen und die Landwirtschaft in diesen Gebieten einschränkt.